Doppelstabmattenzaun Höhe und Stärke wählen: Tipps für die richtige Entscheidung

Wer einen Doppelstabmattenzaun plant, steht früh vor zwei Fragen: Wie hoch soll er werden, und welche Drahtstärke ist sinnvoll? Beides entscheidet über Sicherheit, Optik, Kosten und Wartungsaufwand. Ich habe über die Jahre Zäune an Gärten, Gewerbeflächen und Hängen geplant, aufgebaut und repariert. In der Praxis macht vor allem das Zusammenspiel aus Höhe, Drahtstärke, Pfostenabstand und Untergrund den Unterschied. Ein Zaun, der auf dem Papier perfekt aussieht, kann im Alltag wackeln, falsch dimensioniert wirken oder unnötig teuer werden. Wer mit klarem Blick konfiguriert, erspart sich spätere Änderungen.

Im Folgenden führe ich durch die Entscheidungsschritte. Mit konkreten Höhen, sinnvollen Stärken, realistischen Kostenspannen und kleinen Erfahrungswerten, die man nicht im Katalog findet. Ob Sie einen Zaun kaufen oder Ihren Doppelstabmattenzaun im Detail selbst zaun konfigurieren möchten, diese Hinweise helfen beim Abwägen.

Wofür steht Doppelstab, und warum ist das wichtig?

Die Bezeichnung verrät die Konstruktion: Zwischen den senkrechten Stäben liegen oben und unten jeweils zwei horizontale Drähte. Dadurch entstehen stabile Rechteckfelder, meist 50 mal 200 Millimeter. Das Doppel der waagerechten Drähte bringt die Steifigkeit, die den Zaun so beliebt macht. Gartentore, Eckpfosten und Höhenstaffelungen lassen sich sauber integrieren, dazu kommt eine gute Haltbarkeit durch Feuerverzinkung, oft mit zusätzlicher Pulverbeschichtung.

In der Praxis dominieren zwei Drahtstärken: 6/5/6 und 8/6/8. Die erste Zahl beschreibt die Stärke der beiden horizontalen Drähte, die mittlere Zahl die vertikalen. Ein 8/6/8 ist spürbar massiver, schwerer, teurer und widerstandsfähiger. Beide Varianten sind robust, doch die richtige Wahl hängt von Höhe, Zweck und Standort ab.

Höhe: wirkliche Bedürfnisse statt Wunschdenken

Viele greifen aus dem Bauch zu 1,80 Meter. Das wirkt vermeintlich sicher, kann aber unnötig wirken oder sogar baurechtlich problematisch sein. Ich beginne stets mit dem Zweck und dem Umfeld.

Ein reiner Grundstücksabschluss in einer ruhigen Wohnstraße funktioniert oft mit 1,20 bis 1,40 Meter. Man grenzt klar ab, nimmt Nachbarn nicht die Sicht und hält die Materialmenge im Rahmen. Wer Kinder und Ballspiele hat, greift gern zu 1,40 oder 1,60 Meter, weil Bälle seltener drübergehen und das Gefühl der Sicherheit wächst. Für Hunderassen, die springen, empfehle ich 1,60 Meter als sinnvollen Mindestwert. Ab 1,80 Meter entsteht eine Barriereoptik, die in engen Reihenhaussituationen schnell erdrückend wirkt.

Gewerblich nutzte Flächen oder Baustelleneinfriedungen liegen oft bei 1,80 bis 2,00 Meter. Für Anlagen mit erhöhter Sicherungsanforderung (Lagerplätze, sensible Technik) kann 2,40 Meter und höher sinnvoll sein, dann aber mit Statik, Wandankern oder engerem Pfostenabstand.

Zwei unterschätzte Punkte springen in der Realität ins Auge: Gefälle und Sichtbeziehungen. Auf einem Gefälle mit Treppenbildung wirkt derselbe Zaun höher oder niedriger, je nachdem, von wo man schaut. Außerdem erzeugen bepflanzte Gärten bereits Sichtschutz und Dämpfung, was eine geringere Zaunhöhe tragen kann. Umgekehrt macht eine freie, windige Lage jeden Zentimeter Höhe statisch anspruchsvoller.

Drahtstärke: 6/5/6 oder 8/6/8, und was dazwischen zählt

In Gärten, in denen es vor allem um Abgrenzung und Optik geht, hat sich 6/5/6 bewährt. Diese Matten sind leichter, günstiger und bieten ausreichend Stabilität bis etwa 1,60 Meter, teilweise auch bei 1,80 Meter, wenn der Pfostenabstand und die Montage stimmen. Ich habe viele 6/5/6-Zäune gesehen, die nach über zehn Jahren noch gut standen, weil sie sauber gesetzt und ordentlich verzinkt waren.

8/6/8 nehme ich, wenn der Zaun höher wird, wenn Vandalismus droht oder wenn zusätzlich Lasten wirken, etwa durch aufgeklemmt montierte Sichtschutzstreifen. Eine 1,80 Meter hohe Anlage mit beidseitigen PVC-Streifen in windoffener Lage sollte nicht mit 6/5/6 gebaut werden, außer man reduziert den Pfostenabstand stark und nimmt stärkere Pfosten. Auch bei gewerblichen Grundstücken, Schulgeländen oder Standorten am Sportplatz lege ich zu 8/6/8. Der Unterschied in der Alltagssolidität ist deutlich spürbar, schon wenn man die Matte mit der Hand biegt.

Wenn man den Doppelstabmattenzaun sorgfältig plant, spielen neben der Drahtstärke die Pfosten, die Fundamente und der Mattenverbinder eine Rolle. Ein schwacher Pfosten macht eine starke Matte wertlos. Das gilt erst recht bei Böen und Gateinflüssen.

Baurecht und Nachbarschaft: die Regeln, die oft übersehen werden

Vor dem Zaun kaufen sollte man in die örtliche Bauordnung und eventuell den Bebauungsplan schauen. Viele Gemeinden erlauben Einfriedungen bis 1,20 oder 1,40 Meter im Vorgartenbereich, rückwärtig sind 1,80 Meter oft zulässig. Manchmal existieren Gestaltungssatzungen, die Farbe, Material oder Höhe einschränken. Auch das Nachbarrecht einiger Bundesländer enthält Abstandsregeln und teils Mitwirkungspflichten an der Grenze. Wer diese Klärung vorzieht, spart Diskussionen.

Aus Erfahrung: Ein offenes Gespräch mit dem Nachbarn bringt mehr als jede Vorschrift. Wenn der Zaun höher werden soll, helfe ich oft mit einer provisorischen Latte, die die gewünschte Höhe markiert. Man steht gemeinsam im Garten, prüft Sichtlinien, wägt Helligkeitseinbußen ab. 10 Zentimeter können darüber entscheiden, ob der Nachbar sich wohlfühlt.

Statik im Kleinen: Pfostenabstand, Fundament und Wind

Die typische Empfehlung lautet 2,50 Meter Pfostenabstand, passend zur Mattenlänge. Das ist in vielen Gärten völlig ok. Aber sobald Sichtschutzstreifen, windoffene Flächen oder Höhen ab 1,60 Meter ins Spiel kommen, nehme ich den Abstand gern auf 2,00 oder sogar 1,80 Meter zurück. Man merkt den Unterschied in der Durchbiegung sofort.

Für Fundamente gilt: frostfrei gründen, also in der Regel 80 Zentimeter tief oder bis unter die Frostgrenze Ihrer Region. Der Durchmesser hängt von Pfostenabmessungen, Bodenklasse und Höhe ab. Bei 1,20 bis 1,40 Meter reichen häufig 25 bis 30 Zentimeter. Ab 1,60 Meter und Sichtschutz gehe ich eher auf 30 bis 40 Zentimeter. In sehr lockerem Boden oder an Hangkanten dimensioniere ich großzügiger. Der Beton sollte nicht zu nass sein, eher erdfeucht, und sorgfältig verdichtet werden. Ein bisschen Zeit zum Abbinden reduziert Klappern https://andresfvcf441.yousher.com/zaun-konfigurieren-checkliste-von-der-planung-bis-zur-bestellung-1 und Setzungen. Wer mit Pfostenträgern auf Mauerkronen arbeitet, braucht statt großer Fundamente gute Schwerlastanker und eine ordentliche Kante, sonst schwingt der Zaun.

Die Windlast wächst mit der Höhe. Ein 1,80 Meter Zaun mit Sichtschutz verhält sich bei Sturm nicht wie ein Zaun, sondern wie eine lange, flache Wand. Hier zählen engere Pfostenabstände, starke Pfostenprofile und 8/6/8 Matten, dazu saubere Fundamentierung. Lange zusammenhängende Linien unterteilt man idealerweise mit einer Toranlage, einer Ecke oder einem stabilen Wandanschluss.

Sichtschutz: Plan von Anfang an

Viele planen Sichtschutz erst später und wundern sich dann, dass der Zaun schwankt. Wer Sichtschutzstreifen oder feste Paneele einziehen möchte, sollte das ab Beginn berücksichtigen. Das betrifft drei Punkte: Drahtstärke, Pfostenprofil und die Mattenhöhe. Sichtschutzstreifen haben meist 19 Zentimeter Höhe, deshalb harmonieren sie mit der Standardmaschenhöhe von 200 Millimetern. Bei 1,60 Meter Höhe bleiben acht Felder, bei 1,80 Meter neun. Ich plane gern ein Feld als Lüftungsband ohne Streifen, damit der Zaun bei Sturm etwas Druck entlässt. Wer lückenlos schließt, braucht die stärkere Auslegung entsprechend.

Aufgeklebte Sichtschutzstreifen belasten die horizontalen Drähte. 8/6/8 steckt das besser weg. In manchen Gärten reichten 6/5/6 mit engeren Pfostenabständen und 60 mal 40 Millimeter Pfosten, sofern die Streifen nicht vollständig geschlossen wurden. Entscheidend ist die Kombination, nicht der einzelne Wert.

Optik und Umgebung: wie Höhe und Stärke wirken

Ein Doppelstabmattenzaun ist sachlich. In anthrazitgrau RAL 7016 fügt er sich in moderne Architektur, in moosgrün RAL 6005 verschwindet er leichter im Grün. Höhe verändert die Wirkung massiv. 1,20 Meter bleibt freundlich, 1,80 Meter setzt eine klare Grenze. Wer einen Vorgarten mit niedrigen Hecken hat, dem rate ich selten zu mehr als 1,40 Meter. In Hanglagen warne ich vor harten Stufen auf kurzer Strecke. Besser ist, Höhen auszugleichen, wo es geht, und an prominenter Stelle die Höhenstaffelung mit einem Tor oder einer Bepflanzung optisch aufzunehmen.

Die Drahtstärke beeinflusst die Erscheinung subtil. 8/6/8 wirkt massiver, gerade in der Nähe. Bei filigranen Gärten kann 6/5/6 eleganter ausfallen, ohne an Alltagstauglichkeit zu verlieren, sofern die Höhe moderat bleibt. Es geht nicht immer um maximale Robustheit, sondern um angemessene Proportionen.

Praxiswerte für Höhen und Stärke - nach Einsatz

    Wohnhaus, Vorgarten, keine Tiere: meist 1,20 bis 1,40 Meter, 6/5/6, Pfostenabstand 2,50 Meter. Familiengarten mit Kindern, moderate Privatsphäre: 1,40 bis 1,60 Meter, 6/5/6 oder 8/6/8, je nach Sichtschutzplan. Hundehaltung, sprungfreudige Rassen: 1,60 bis 1,80 Meter, eher 8/6/8, engerer Pfostenabstand. Gewerbegrundstück, Parkplätze: 1,80 bis 2,00 Meter, 8/6/8, stabile Pfosten und Fundamente. Sichtschutz vollflächig: ab 1,60 Meter besser 8/6/8, Pfostenabstand 2,00 Meter oder weniger.

Diese Raster helfen beim Einstieg, ersetzen aber nicht den Blick auf den Standort. Ein 1,40 Meter Zaun an einer windstillen Innenhoflage verträgt 6/5/6 gut. Derselbe Zaun an einer freien Ecke mit Sichtschutz braucht die stärkere Variante.

Kosten realistisch einschätzen

Bei der Kalkulation sollte man Matten, Pfosten, Klemmen, Kappen, Tore, Sichtschutz und Fundamentmaterial zusammen betrachten. Ein grober Marktüberblick: 6/5/6 Matten kosten pro laufendem Meter spürbar weniger als 8/6/8, Unterschiede von 20 bis 40 Prozent sind nicht unüblich. Pfosten steigen mit Profilstärke und Höhe. Sichtschutzstreifen schlagen mit 10 bis 20 Euro pro laufendem Meter zu Buche, je nach Qualität und Design. Beton, Kies und Werkzeug kommen hinzu.

Die Montage entscheidet stark über den Gesamtpreis. Selbstbauer sparen, investieren aber Zeit und Präzision. Wer beim Zaun kaufen Angebote vergleicht, sollte nicht nur auf den Meterpreis achten, sondern auf Paketierung: sind Mattenverbinder, Edelstahlschrauben und Abdeckleisten enthalten, welche Pfostenprofile werden verwendet, wie erfolgt die Korrosionsbehandlung? Ein günstiges Paket mit dünnen Pfosten und kurzen Schrauben zahlt später drauf, wenn der Zaun klappert.

Montagekniffe, die die Stabilität erhöhen

Ich richte Pfosten zunächst trocken aus, fixiere sie mit Holzlatten oder Schraubzwingen und kontrolliere die Flucht mit einer straffen Schnur über die gesamte Länge. Erst wenn die Linie passt, wird betoniert. Bei Längen über 20 Meter setze ich zuerst Start- und Endpfosten, spanne eine Schnur, und stelle dann die Zwischenpfosten. So vermeiden Sie den Zickzack, den ich leider allzu oft an Straßenzügen sehe.

Die Matten montiere ich nach dem Abbinden, nicht im frischen Beton. Sonst verzieht sich der Pfosten leicht. Eckpfosten sollten statisch ernst genommen werden, dort wirken Kräfte aus zwei Richtungen. Wer an einem Hang baut, muss die Treppenbildung sauber um Mattenhöhen planen und eventuell auf 40er Rasterhöhen zurückgreifen, statt zwanghaft bei 20er Raster zu bleiben. Weniger Stufen bedeuten weniger Klemmpunkte, weniger Fehlerquellen.

Sicherheit: Kinder, Tiere, Kletterschutz

Der größte Fehler sind horizontale Anbauteile im Kletterbereich. Querstreben, Blumenkästen oder breite obere Abdeckungen laden zum Klettern ein. Doppelstabmatten haben bereits horizontale Drähte, doch die Maschenhöhe von 200 Millimetern verhindert das bequeme Einsteigen. Bei Spielbereichen im Garten halte ich 1,40 bis 1,60 Meter für praktikabel, mehr wird oft nur zum Kletterziel. Für Hunde zählen weniger die Zentimeter als die Anreize. Ein Sichtschutz, der die Außenreize senkt, hilft manchmal mehr als 20 Zentimeter zusätzliche Höhe.

Wer in einem Gebiet mit Wildwechsel wohnt, achtet auf die untere Kante. Ein Bodenabstand von wenigen Zentimetern genügt, damit Laub und Wasser abfließen, Tiere aber nicht durchschlüpfen. Aufgeschraubte Sockel oder flache Randsteine dichten zusätzlich ab, ohne den Zaun höher zu machen.

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Korrosionsschutz: verzinkt, beschichtet, und was Atmosphäre bedeutet

Feuerverzinkung bildet die Basis. Eine zusätzliche Pulverbeschichtung schützt nicht nur, sie verbessert die Haptik und Optik. In salzhaltiger Luft, nahe Industrieabluft oder an Straßen mit Winterdienst lohnt die bessere Beschichtung doppelt. Billig verzinkte Matten zeigen nach einigen Jahren Rost an Schnittkanten und Verbindern. Achten Sie beim Zaun konfigurieren auf verzinkte Schnittkanten und Edelstahlschrauben an Verbindern. Wo Matten auf Maß geschnitten werden, sollten Schnittstellen nachverzinkt oder mit Zinkstaubfarbe behandelt werden.

Tore nicht als Nebenprodukt betrachten

Das Tor ist die Stelle, an der die meisten Probleme entstehen, weil dort die Kräfte konzentriert auftreten. Eine 1,00 Meter Gehtür wirkt bei 1,20 bis 1,60 Meter Zaun stimmig. Ab 1,80 Meter plane ich gern 1,10 bis 1,20 Meter lichte Breite, damit Kinderwagen oder Mülltonnen sauber durchgehen. Für Einfahrten sind 3,00 bis 4,00 Meter üblich. Je höher der Zaun, desto wichtiger sind stabile Bänder und eine vernünftige Verriegelung. Bei Sichtschutz sollte das Tor ebenfalls die Mehrlast vertragen, sonst hängt es schnell. Der Untergrund unter dem Torbereich braucht eine saubere Anschlagkante, damit sich nichts setzt.

Farbwahl: mehr als Geschmack

Anthrazit ist zum Standard geworden, nicht ohne Grund. Es schluckt Licht, wirkt ruhig und passt zu Pflaster, Alu und modernen Fassaden. Grün verschmilzt im Bewuchs und ist in klassischen Gärten unauffällig. Hellgrau RAL 7030 oder 7035 bringt mehr Gestaltung, ist aber schmutzempfindlicher. Wer Sichtschutzstreifen plant, sollte Farbtöne aufeinander abstimmen und nicht zu viele Muster mischen. Ein ruhiges Band aus zwei bis drei Streifenhöhen wirkt wertiger als ein buntes Patchwork.

Typische Fehler, die ich immer wieder sehe

    Zu große Pfostenabstände bei Sichtschutz: Der Zaun atmet bei Wind, die Matte pumpt, Schrauben lockern sich. Fundamente zu klein oder zu flach: Schon der erste Sturm zeigt, wo ein Pfosten nicht hält. Höhen ohne Blick auf das Gelände: Stufen an falscher Stelle erzeugen hässliche Sprünge, die sich später kaum kaschieren lassen. Torpfosten nicht verstärkt: Türen hängen nach, Schlösser klemmen, die Nutzer ärgern sich täglich. Nachträglicher Sichtschutz ohne Nachrüstung: Was vorher stabil war, wird schwach, weil die Last dramatisch steigt.

Wie man sinnvoll entscheidet: ein kurzer Fahrplan

    Zweck klären: Soll der Zaun nur abgrenzen, Sicht schützen, Tiere halten oder sichern? Standort prüfen: Wind, Boden, Gefälle, Baurecht und Nachbarschaft. Höhe bestimmen: Abgleich mit Zweck und Optik, idealerweise vor Ort mit einer Latte auf Höhe. Stärke wählen: 6/5/6 für moderate Höhen und Offenheit, 8/6/8 für Höhe, Sichtschutz und gewerbliche Nutzung. System komplett denken: Pfostenprofil, Pfostenabstand, Fundamente, Tore, Sichtschutz, Beschichtung.

Dieser Ablauf verhindert, dass man am falschen Ende spart. Bei einem Doppelstabmattenzaun ist die Kette nur so stark wie das schwächste Glied.

Beispielrechnungen aus der Praxis

Ein Reihenhausgarten, 18 Meter Länge, 1,40 Meter Höhe, 6/5/6, Pfostenabstand 2,50 Meter, anthrazit. Sieben Matten, acht Pfosten. Materialkosten für Matten und Pfosten liegen typischerweise grob im mittleren dreistelligen Bereich, mit Montagezubehör und Beton nähert man sich einer niedrigen vierstelligen Summe. Sichtschutz weg gelassen, dafür Heckenpflanzung im Innenbereich. Nach fünf Jahren steht der Zaun unverändert, Hecke hat die Höhe aufgefangen, die Nachbarn sind zufrieden.

Ein Eckgrundstück an freier Lage, 32 Meter Zaun, 1,80 Meter, Sichtschutz beidseitig. Hier sind 8/6/8 Matten, Pfosten 60 mal 40 oder stärker, Pfostenabstand 2,00 Meter sinnvoll. Fundamente großzügig dimensioniert. Die Materialkosten liegen deutlich höher, Sichtschutzstreifen machen einen spürbaren Anteil aus. Der Zaun wirkt wie eine ruhige Wand, hält bei Sturm stand und klappert nicht.

Ein Gewerbeparkplatz, 2,00 Meter Höhe, 8/6/8, mit Schiebetor 4,50 Meter. Hier spielt die Torlogistik und die Bodenplatte für den Torlauf eine Rolle. Ein fehlerfrei eingemessenes Fundament verhindert, dass das Tor später schleift. Wer dort spart, zahlt mit täglichem Ärger.

Zaun konfigurieren: worauf es online wirklich ankommt

Konfiguratoren sind hilfreich, wenn sie die entscheidenden Fragen stellen. Gute Systeme fragen nach Höhe, Drahtstärke, Pfostenprofil, Pfostenabstand, Fundamentart, Sichtschutz, Torbreiten, Ecklösungen, Gefälle und Untergrund. Sie zeigen idealerweise Warnhinweise, etwa wenn 6/5/6 mit Vollsichtschutz bei 1,80 Meter in windoffener Lage kombiniert wird. Sie kalkulieren Verbinder, Abdeckleisten, Kappen und Edelstahlschrauben automatisch mit.

Wenn Sie online einen Doppelstabmattenzaun zusammenstellen, notieren Sie die Randbedingungen: Länge in einem Stück, Anzahl der Ecken, gewünschte Torpositionen, Gefälle in Prozent, Bodenart. Laden Sie, falls möglich, ein Foto Ihres Grundstücks hoch. Wer die Situation kennt, gibt bessere Empfehlungen. Beim Zaun kaufen, also beim finalen Angebot, sollten diese Punkte im Schriftverkehr auftauchen. Fehlen sie, fragen Sie nach. Ein Anbieter, der präzise fragt, zeigt damit Erfahrung.

Wann 8/6/8 unumgänglich wird

Sobald einer der folgenden Punkte zutrifft, greife ich reflexartig zu 8/6/8 oder stärke zumindest die Pfosten und verringere die Abstände deutlich: Zaunhöhe ab 1,80 Meter, Vollsichtschutz in freien Lagen, öffentlich zugängliche Bereiche mit Vandalismusrisiko, stark befahrene Ecken mit Wirbellasten und lange, ununterbrochene Zaunlinien über 25 bis 30 Meter. In diesen Fällen zahlt sich der Mehrpreis durch Ruhe im System, längere Lebensdauer und weniger Nacharbeit aus.

Wann 6/5/6 völlig ausreichend ist

In einem geschützten Garten, ohne Sichtschutz, bis 1,40 oder 1,60 Meter Höhe, ist 6/5/6 wirtschaftlich und funktional. Der Zaun wirkt leichter, lässt sich einfacher handhaben und bietet alle Vorteile der Doppelstabkonstruktion. An mehreren Objekten habe ich nach Jahren lediglich die Klemmen nachgezogen und den Bewuchs korrigiert, die Matten blieben unverändert.

Reparaturfreundlichkeit und Ersatzteile

Ein Doppelstabmattenzaun ist modular. Beschädigte Matten segelt man selten komplett aus, sondern löst Verbinder und tauscht das Segment. Pfostenkappen verschwinden gern im Garten, daher empfehle ich ein paar Ersatzkappen auf Lager. Wer Sichtschutzstreifen nutzt, sollte eine Handvoll in Reserve behalten, da Farben und Oberflächentexturen chargenabhängig leicht differieren. Pfostenprofile und Lochbilder unterscheiden sich je nach Hersteller, also Unterlagen aufbewahren, falls Jahre später erweitert wird.

Nachhaltigkeit und Langlebigkeit

Metallzäune sind nicht per se nachhaltig, aber ihre Lebensdauer kann die Bilanz verbessern. Ein gut verzinkter und beschichteter Doppelstabmattenzaun hält bei normaler Beanspruchung 15 bis 25 Jahre, häufig länger. Reparaturen sind lokal möglich. Wer Abfall vermeiden will, sollte Maßschnitte planen, damit wenig Verschnitt entsteht. Bei der Betonmenge lohnt exakte Planung, statt den letzten Sack auf Verdacht anzurühren. Sichtschutzstreifen aus PVC sind bequem, aber nicht die einzige Option. Textil- oder WPC-Lösungen, Hecken und Kletterpflanzen können je nach Lage die ökologisch attraktivere Ergänzung sein.

Fazit aus der Praxis

Die Wahl von Höhe und Stärke beim Doppelstabmattenzaun ist kein Ratespiel, sondern das Ergebnis aus Zweck, Standort und Konstruktion. Niedrige, offene Zäune zwischen 1,20 und 1,40 Meter fühlen sich in Wohnlagen oft am besten an und funktionieren in 6/5/6 wunderbar. Ab 1,60 Meter beginnt die Zone, in der man genauer hinsehen muss. Spätestens bei 1,80 Meter, Sichtschutz oder exponierter Lage sorgt 8/6/8 für den beruhigenden Unterschied. Pfostenabstand, Fundamenttiefe und Torplanung gehören dazu wie die richtige Matte.

Wer den Zaun konfigurieren möchte, startet mit ehrlichen Antworten: Wovor soll der Zaun schützen, was soll er aushalten, wie soll er wirken? Dann folgen die harten Parameter. So entsteht eine Lösung, die viele Jahre unauffällig ihren Dienst tut. Und das ist das größte Lob für einen Zaun: Man nimmt ihn wahr, aber er macht kein Thema aus sich.