Doppelstabmattenzaun modern gestalten: Ideen für Farbe und Sichtschutz

Ein Doppelstabmattenzaun gilt als verlässlich, pflegeleicht und bezahlbar. Er ist der Alltagssoldat unter den Grundstücksgrenzen, robust und geradlinig. Wer ihn allerdings nur in klassischem Grün vor Augen hat, unterschätzt sein Gestaltungspotenzial. Mit der richtigen Farbauswahl, klug integrierten Sichtschutzlösungen und ein paar konstruktiven Kniffen wird daraus ein modernes, hochwertiges Gestaltungselement, das Haus und Garten zusammenführt. Dieser Beitrag bündelt erprobte Ideen, pragmatische Tipps aus der Praxis und Hinweise, worauf es beim Zaun kaufen und beim Zaun konfigurieren tatsächlich ankommt.

Was den Doppelstabmattenzaun so vielseitig macht

Die Konstruktion ist simpel: Zwei horizontale Drähte, dazwischen senkrechte Stäbe, alles punktgeschweißt. Je nach Drahtstärke spricht man von 6/5/6 oder 8/6/8. Die Zahlen stehen für die Millimeter der Drähte, dünner ist leichter und günstiger, dicker ist steifer und widerstandsfähiger. Beschichtungen folgen fast immer dem gleichen Schema, innen verzinkt, außen pulverbeschichtet. Diese nüchterne Konstruktion ist der Grund, warum ein Doppelstabmattenzaun so wandelbar ist. Er bildet eine klare Linie, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, und liefert damit eine perfekte Bühne für Farbe, Licht und Bepflanzung.

Ein zweiter Pluspunkt ist die Modularität. Pfosten mit Klemmschienen, Abdeckleisten, U-Bügel oder Schnellmontage-Sets, dazu Zubehör wie Abdeckkappen, Abschrägungen, Höhenversprünge und Ecklösungen. Wer sorgfältig plant, vermeidet spätere Kompromisse. Erfahrene Monteure erzählen alle dasselbe: 80 Prozent der optischen Gesamtwirkung entscheiden sich durch drei Dinge, noch bevor die erste Matte steht, Farbe, Linienführung, und die Art des Sichtschutzes.

Farbkonzepte, die funktionieren

Farbe am Zaun ist mehr als Dekor. Sie beeinflusst, wie groß ein Garten wirkt, wie präsent die Grenze erscheint und wie stimmig Haus und Außenraum zusammengehen. Grau hat in den letzten Jahren Grün abgelöst, nicht ohne Grund. Anthrazit RAL 7016 ist die meistgewählte Option in Neubaugebieten, weil es mit Fenstern, Dachrinnen und Haustüren harmoniert. Wer es etwas leichter mag, greift zu RAL 7040 Fenstergrau oder RAL 7030 Steingrau. Diese Töne schlucken weniger Licht und wirken freundlich, ohne die grafische Klarheit zu verlieren.

Grün RAL 6005 bleibt stimmig, wo viel Bepflanzung vorgesehen ist. In dichtem Grün verschwindet der Zaun fast, eine Qualität, die man an Hanglagen und in naturnahen Gärten schätzen lernt. Bei hartem Licht oder wenig Vegetation kippt Grün allerdings schnell ins Technische. Hier hilft ein Mischkonzept: Pfosten in Anthrazit, Matten in Grün. Das nimmt Schwere aus der Fläche und passt überraschend gut zu Backstein und warmen Fassadentönen.

Wer Mut hat, spielt mit Akzenten. Eine durchgehende, neutrale Grundfarbe und ein farbiges Tor, RAL 3004 Purpurrot, RAL 5011 Stahlblau oder RAL 8004 Kupferbraun, setzt ein Statement, ohne zu schreien. Bei Eigentumsanlagen haben wir gute Erfahrungen mit abgestuften Tönen gemacht, Doppelstabmattenzaun in RAL 7016, Geländer am Balkon in RAL 7021 Schwarzgrau, Briefkasten in RAL 7043 Verkehrsgrau B. Der Zaun fügt sich ein, trotzdem wirkt das Ensemble sorgfältig entworfen.

Bei Sonderfarben lohnt ein Blick auf Lieferzeiten. Standardfarbtöne sind meist sofort verfügbar, Sonderbeschichtungen brauchen je nach Hersteller 2 bis 6 Wochen. Wer den Zaun konfigurieren will, sollte die Farbwahl daher früh fixieren, damit Fundamente und Montage nicht warten müssen.

Sichtschutz, aber mit Feingefühl

Sichtschutz ist der Punkt, an dem ein Doppelstabmattenzaun seinen Charakter komplett ändern kann. Es gibt mehrere Spielarten, jede mit Stärken und Schwächen.

Sichtschutzstreifen aus PVC sind die verbreitetste Lösung. Sie werden in die Maschen geflochten und am Ende geklemmt. Meine Erfahrung: Gute Streifen erkennt man am Gewicht und an der Oberfläche. Leichte, glänzende Produkte wellen schneller, bleichen früher aus und scheuern an den Drahtknoten. Hochwertige Streifen sind matt, haben 1,5 bis 1,8 mm Stärke und bringen pro Rolle spürbar Gewicht auf die Waage. Sie halten die Form, selbst an windigen Standorten. Farblich passen Grautöne, Oliv und Steingrau am besten. Holzoptik funktioniert besser als viele denken, solange sie dezent bleibt. Eiche dunkel, nicht zu gelb, wirkt wertig, Kiefernholz-Design wirkt schnell künstlich.

Textile Einlagen auf Polyesterbasis sehen wertiger aus und lassen die Fläche ruhiger erscheinen. Sie sind meist UV-beständiger, dafür empfindlicher gegen mechanische Belastung. Wer Kinder, Ballspiele oder Fahrräder am Zaun erwartet, sollte das einkalkulieren. An stark windigen Standorten lohnen gelochte Streifen. Sie reduzieren den Segel-Effekt und damit die Last auf Pfosten und Fundament. Die Tücke ist der Kompromiss zwischen Privatsphäre und Durchlässigkeit: 30 Prozent Lochung reicht oft, um die Windlast spürbar zu senken, ohne den Sichtschutz zu zerstören.

Starre Paneele, etwa aus HPL, Aluminium oder Holz, verwandeln den Doppelstabmattenzaun quasi in eine Zaunwand. Optisch stark, statisch anspruchsvoller. Die Pfosten müssen mehr Zugkraft aufnehmen, teils sind stärkere Fundamente oder Querverbinder nötig. Holzfelder sehen in Jahr eins großartig aus, verlangen aber Pflege. Zwei Anstriche in den ersten drei Jahren sind realistisch, sonst vergraut die Fläche ungleichmäßig. Wer wenig Pflege will, arbeitet mit Alu-Lamellen im Holzton. Sie sind teurer in der Anschaffung, amortisieren sich über die Jahre.

Eine unterschätzte Option sind halbhohe Sichtschutzbereiche. Unten blickdicht, ab 120 oder 140 cm offen. Das schützt Sitzbereiche, lässt den Garten oben atmen und erhält die Kommunikation mit der Nachbarschaft. Der Zaun wirkt leichter, die Windlast sinkt, und man vermeidet das Gefühl, hinter einer Wand zu sitzen.

Proportionen und Linienführung

Ein moderner Zaun lebt von ruhigen Linien und klaren Proportionen. In der Praxis heißt das, mit Höhen zu spielen, aber nicht zu zappeln. https://gregorynrut897.wpsuo.com/zaun-konfigurieren-und-online-planen-die-besten-tools-im-uberblick-2 Unterschiedliche Mattenhöhen entlang einer Grundstücksseite erzeugen Unruhe. Besser sind wenige, begründete Sprünge, zum Beispiel am Tor oder an einem markanten Geländeknick. Wenn das Gelände leicht fällt, lässt man die Matten treppenförmig in moderaten Stufen folgen. Schräg gestellte Matten sind zwar möglich, wirken aber selten sauber, es sei denn, die Schrägen bleiben klein und wiederholen sich konsequent.

Die Standardmaschen 200 x 50 mm sind die sichere Bank. Kleinere Maschen lassen den Zaun ruhiger erscheinen und erhöhen die Steifigkeit, sind aber teurer. Große Maschen reduzieren Gewicht und Kosten, machen den Zaun optisch präsenter. Wer schmale Grundstücke hat, profitiert von einem Zaun, der nicht schreit. In diesen Fällen ist ein Mattenraster mit ruhigem Bild und anthrazitfarbener Beschichtung fast immer die bessere Wahl.

Kombination mit Bepflanzung

Grün belebt Metall. Der Trick besteht darin, Pflanzen so einzusetzen, dass sie den Zaun nicht überfrachten. Rasch wachsende Kletterer wie Wilder Wein und Efeu liefern in zwei Jahren eine grüne Wand, aber sie drücken die Matten auseinander, kriechen unter die Klemmschienen und halten Feuchte, was an den Schnittpunkten Korrosionsrisiken erhöht, trotz Beschichtung. Leichtere Kletterer wie Clematis, Geißblatt oder Kletterhortensie funktionieren besser, brauchen aber Drahtleitern oder wenige zusätzliche Spanner, die man am Pfosten fixiert. Bambus in Kübeln, Gräser wie Miscanthus und immergrüne Stechpalme schaffen Räume, ohne den Zaun zu belasten.

Ein spannender Ansatz ist das Spiel mit Transparenz. Auf Höhe des Sitzplatzes sorgen Gräser oder eine Hecke aus Portugiesischem Lorbeer für Sichtschutz, dazwischen bleibt der Zaun frei. Von außen liest sich die Linie einheitlich, innen wirkt der Garten großzügig. Wer die Pflege scheut, setzt auf robuste Strukturen: zwei, drei Solitäre, dazu Bodencover. Mehr braucht es selten.

Licht als Gestaltungsmittel

Licht ändert alles, gerade bei Metall. Warmweiße LED-Streifen an der Innenseite der Pfosten, versteckt unter einer kleinen Abdeckleiste, geben abends eine feine Kontur. Punktauslässe in Pfostenkappen, die den Lichtkegel nach unten werfen, sind praktisch und unsichtbar. In Einfahrten hat sich eine Linie aus Bodenstrahlern bewährt, die Tor und Zaunflucht markieren, ohne zu blenden. Das macht Wege sicher und betont die Architektur. Zugelassenes Niedervolt-System, Kabel in UV-beständigen Schutzrohren, Übergänge in wasserdichten Verteilern, das sind die unschönen, aber entscheidenden Details, die verhindern, dass man nach dem ersten Winter basteln muss.

Tore, Griffhöhen und Details, die Professionalität verraten

Ein hochwertiger Gesamteindruck hängt an kleinen Dingen, die man gern übersieht. Die Griffhöhe am Gartentor sollte bei 95 bis 105 cm liegen. So erreicht man den Drücker bequem, auch mit Einkaufstaschen. Der Anschlag sitzt auf der Hausseite, nicht zur Straße, das ist intuitiver und reduziert Fehlbedienungen. Türschließer mit einstellbarer Schließkraft und Dämpfung sparen Nerven, besonders bei Wind.

Bei der Farbe lohnt es, Beschläge und Bänder im gleichen RAL-Ton zu wählen, nicht in Standard-Schwarz. Das kostet ein wenig mehr, aber die Linie bleibt ruhig. Für Einfahrten sind freitragende Schiebetore ein Segen, wenn genug seitlicher Platz vorhanden ist. Kein Laufschienen-Gefummel im Winter, kein Laub, das blockiert. Drehtore versehen ihren Dienst verlässlich, brauchen aber klare Sicherheitsabstände und einen Anschlag, der sich nicht setzt. Bei Torfüllungen gilt die gleiche Logik wie beim Zaun, offen und leicht, oder geschlossen und markant. Eine Hälfte geschlossen, die andere offen, wirkt selten stimmig. Entweder konsequent oder ruhig.

Technik und Statik, kurz und ehrlich

Ein Doppelstabmattenzaun verzeiht viel, aber nicht alles. Sichtschutz erhöht die Windlast, deutlich. Als Faustwert rechnen Monteure bei vollflächigem Sichtschutz mit dem rund 2- bis 3-fachen Moment am Pfosten im Vergleich zu offenen Matten. Das schlägt auf Fundamentgröße und Pfostenstärke durch. Ein Standardpfosten 60 x 40 mm in 60 cm Beton reicht bei offener Matte in vielen Gärten. Mit Sichtschutz sind 80 cm bis 100 cm Einbindetiefe sinnvoll, in windoffener Lage eher mehr. Bei Zaunhöhen ab 1,80 m und geschlossenen Flächen empfehle ich 60 x 60 mm Pfosten oder vom Hersteller freigegebene Statikpakete. Niemand hat Freude an leicht kippenden Feldern, die nach dem ersten Sturm nachgestellt werden müssen.

Fundamente sollten frostfrei gegründet sein, im deutschsprachigen Raum je nach Region zwischen 80 und 100 cm. Wer auf Fertigfundamente oder Hülsen setzt, prüft die Freigaben für Sichtschutz. Die meisten Hülsen sind auf Biegung die Schwachstelle. Betonqualität C20/25 reicht im Wohnbereich, wichtiger sind die richtigen Abmessungen und die Verdichtung. Zwei Spatenbreiten genügen selten. Besser sind Bohrlöcher mit 30 bis 35 cm Durchmesser oder Streifenfundamente, die Pfosten verbinden. Gerade in bindigen Böden zahlt sich eine ordentliche Sauberkeitsschicht aus, die verhindert, dass Fundamentwasser im Loch stehen bleibt.

Farben und Sichtschutz aufeinander abstimmen

Der größte Stolperstein liegt selten in der Einzelwahl, sondern in der Kombination. Anthrazitfarbene Matten mit hellgrauen Sichtschutzstreifen erzeugen ein feines Schachbrett, das je nach Blickabstand flimmert oder beruhigt. Wer einen ruhigen Hintergrund für Pflanzen will, nimmt Matten und Streifen im gleichen Ton oder zwei sehr nahe Nuancen, RAL 7016 und RAL 7021 etwa. Grün mit Holzdekorstreifen wirkt warmer, klassischer, verlangt aber harmonierende Holztöne an Terrasse oder Fassade. Ein kalter Holzboden und warme Holzoptik im Zaun beißen sich, das sieht man auch im Dämmerlicht.

Wenn Torfüllung, Zaun und Briefkastenanlage ein Ensemble bilden sollen, hilft ein Testbrett. Drei beschichtete Muster, nebeneinander mit sichtbaren Kanten, im Außenlicht. Ein halber Tag reicht, um zu sehen, wie das Auge reagiert. Bei einfallendem Abendlicht ändern sich die Töne, matte Oberflächen wirken milder, glänzende schärfer. Der Mensch wohnt nicht im Prospekt, sondern im Tagesverlauf. Darauf sollte man reagieren.

Pflegeleicht, ja, aber nicht pflegefrei

Ein Doppelstabmattenzaun braucht wenig Aufmerksamkeit, doch die kleinen Pflegerituale verlängern das gepflegte Erscheinungsbild deutlich. Einmal im Frühjahr mit mildem Reiniger und weicher Bürste abwaschen, besonders an den Knotenpunkten. Grünschnitt und feuchte Blätter nicht am Zaun lehnen lassen. Sichtschutzstreifen einmal im Jahr nachspannen oder die Klemmstücke kontrollieren. Wer in Küstennähe wohnt oder Straßensalz abbekommt, spült im Winter gelegentlich mit klarem Wasser nach. Kleine Kratzer kann man mit Ausbesserungslack in passenden RAL-Tönen versiegeln. Wenn das Metall nicht blank liegt, genügt oft schon eine Wachspolitur für Kunststoffe, um Schrammen in Sichtschutzstreifen zu entschärfen.

Nachhaltigkeit ohne Greenwashing

Metallzäune sind langlebig. Verzinkung und Pulverbeschichtung verlängern die Lebensdauer auf 20 Jahre und mehr, realistisch eher 25, wenn die Montage sauber war und keine mechanischen Schäden entstehen. Wer bei Sichtschutz auf PVC setzt, sollte Recycling-Optionen prüfen. Es gibt Anbieter mit rückführbaren Streifen, die am Ende der Nutzung wieder stofflich verwertet werden. Textilbasierte Streifen sind in der Regel leichter, verursachen aber Mischfraktionen. Holz ist natürlich, bindet CO₂, braucht jedoch Pflege und muss am Lebensende getrennt entsorgt werden. Aluminium punktet durch Korrosionsresistenz und Recyclingfähigkeit, kostet in der Herstellung mehr Energie, wird aber zu hohen Quoten wiederverwertet. Nachhaltig ist am Ende, was lange hält und selten ersetzt werden muss. Gute Planung spart Ressourcen besser als jede Plakette.

Smarte Extras, die den Alltag erleichtern

Wer bereits beim Zaun kaufen an Komfort denkt, rüstet elegant auf. Elektrische Torantriebe reagieren zuverlässig, wenn die Mechanik sauber läuft und die Endanschläge stimmen. Eine integrierte Klingel- und Videoeinheit am Gartentor schafft Sicherheit, ohne dass man Kabelsalat sieht. Für Paketboxen gibt es modulare Systeme, die in das Zaunfeld integriert werden. Das ist keine Spielerei, wenn der Paketbote dreimal täglich vorfährt. Sensorleuchten an kritischen Punkten erhöhen die Sicherheit, besonders an Einfahrten und Mülltonnenplätzen. Wichtig ist, dass diese Elemente gestalterisch eingebunden sind, gleiche Farbtöne, wiederkehrende Materialien, klare Flucht.

Wenn der Zaun Teil der Architektur wird

Moderne Häuser definieren sich oft über klare Kanten und wenige, hochwertige Materialien. Ein Doppelstabmattenzaun kann diese Sprache aufnehmen. Ein Beispiel aus der Praxis: Putzfassade in gebrochenem Weiß, Fensterbänder in Schwarz, Sockel in Waschbeton. Zaun in RAL 7021, Pfosten 60 x 60, als Sockel eine 20 cm hohe Winkelstütze, die die Linie schwebend wirken lässt. Sichtschutz nur in den Sitzbereichen, gelochte Streifen für Durchlüftung. Die Toranlage hat eine Füllung aus vertikalen Alu-Lamellen, gleicher Farbton. Abends eine warme Lichtkante auf Pfostenhöhe. Das Ensemble wirkt wie aus einem Guss, obwohl die Einzelteile Standard sind. Der Schlüssel liegt in Disziplin: wenige Töne, wiederkehrende Proportionen, konsequente Details.

Typische Fehler und wie man sie vermeidet

    Sichtschutz ohne Statikprüfung nachrüsten: Eine offene Zaunanlage wird nachträglich blickdicht gemacht, die Pfosten stehen in kleinen Punktfundamenten. Beim ersten Herbststurm wandert alles ein paar Grad. Besser vorab prüfen, Pfosten stärker dimensionieren und Fundamente frost- und windlasttauglich auslegen. Zu viele Höhenwechsel: Jeder Stufensprung erzeugt eine Unterbrechung. Zwei bis drei klare Sprünge entlang der gesamten Linie sind genug. Treppung nur dort, wo das Gelände zwingt. Mischmasch bei Farben: Zaun anthrazit, Tor silber, Briefkasten rot, Pfostenkappen schwarz. Das Auge findet keinen Halt. Eine Hauptfarbe festlegen, maximal eine Akzentfarbe, Beschläge anpassen. Billige Sichtschutzstreifen: Sie riechen stark, glänzen unnatürlich und wellen nach dem Sommer. Hochwertige, matte Streifen zahlen sich auf fünf Jahre sichtbar aus. Montage ohne Bezug: Der Zaun folgt nicht der Flucht von Hauskante oder Weg. Vor Montage eine Referenzlinie abspannen, idealerweise mit Laser, und lieber einmal mehr messen.

Schritt für Schritt zum stimmigen Ergebnis

    Bedarf definieren: Schutz, Privatsphäre, Hundesicherheit, Optik. Was ist Pflicht, was Kür? Zaun konfigurieren: Höhe, Drahtstärke, Pfostenformat, Farbe. Sichtschutz ja oder nein, wenn ja, in welchen Zonen? Bestand prüfen: Geländeverlauf, Boden, Wind, Anschlüsse an Nachbarzäune oder Mauern. Details festlegen: Torkonzept, Schlosstyp, Griffhöhe, Beleuchtung, Paketbox, Hausnummer, Briefkasten. Zeitplan und Lieferzeiten abstimmen: Standardfarben sofort, Sonderfarben und Sonderteile mit Puffer. Erst betonieren, wenn alle Maße stimmen.

Budget realistisch planen

Ein sauber kalkulierter Doppelstabmattenzaun spart Ärger. Als grober Rahmen für Material bei 1,20 bis 1,60 m Höhe kann man mit 45 bis 95 Euro pro laufendem Meter rechnen, je nach Drahtstärke, Farbe und Pfostenformat. Sichtschutzstreifen schlagen mit 12 bis 30 Euro pro Meter zu Buche, hochwertige Alu- oder HPL-Lösungen liegen deutlich darüber. Tore variieren stark, einfache Gartentore ab 250 bis 500 Euro, solide Einfahrtstore im vierstelligen Bereich, Antriebstechnik nochmals ähnlich viel. Montagekosten hängen von Boden, Fundamenttiefe und Zugänglichkeit ab. Wer selbst montiert, sollte nicht unterschätzen, wie viel Zeit in präzises Ausrichten und in den Beton fließt. Zwei geübte Personen schaffen 20 bis 30 Meter offener Zaun an einem Tag, mit Sichtschutz eher die Hälfte, plus Aushärtzeit.

Wann sich die Investition in Qualität lohnt

Es gibt Stellen, an denen man sparen kann, und solche, an denen man es lassen sollte. Sparen bei der Pfostenstärke, während Sichtschutz geplant ist, rächt sich oft. Besser an anderer Stelle reduzieren, zum Beispiel erst einmal nur die sensiblen Bereiche blickdicht ausführen und den Rest später ergänzen. Hochwertige Beschichtung rechnet sich, wenn Kinderfahrräder, Mülltonnen und Gartengeräte regelmäßig am Zaun vorbeischrammen. Gleiche RAL-Töne bei Beschlägen und Toren mögen nach Luxus klingen, aber sie verleihen dem Gesamtbild Ruhe, die deutlich wahrnehmbar ist.

Zaun kaufen, ohne sich zu verzetteln

Der Markt ist groß, die Qualitätsunterschiede sind echt. Hilfreich sind zwei, drei Musterstücke, echte Mattenausschnitte, keine Prospektbilder. Fragen Sie nach der Drahtstärke im Schnitt und nach der Beschichtungsabfolge, erst Verzinkung, dann Pulverbeschichtung ist der Standard. Prüfen Sie das Zubehör: Klemmschiene aus Metall oder Kunststoff, wie greifen die Schellen, gibt es Abdeckleisten? Wenn Sie online den Zaun konfigurieren, achten Sie darauf, dass Sichtschutz und Pfosten statisch zueinander passen, und dass Torpfosten entsprechend dimensioniert sind. Eine gute Konfiguration vermeidet exotische Zwischenmaße, setzt auf Standardhöhe der Matten und löst Gefälle mit Treppung.

Seriöse Anbieter geben klare Maßangaben, Toleranzen und Montagehinweise an. Wenn es eine Planungsskizze als PDF gibt, umso besser. Rechnen Sie 10 Prozent Reserve bei Kleinmaterial ein, Klemmen, Schrauben, Kappen. Es ist erstaunlich, wie viel davon auf der Baustelle verschwindet.

Kurznotizen aus der Praxis

Ein Knacken in der Zaunlinie nach dem ersten Winter ist oft kein Materialfehler. Meist hat das Fundament nachgegeben oder ein Pfosten wurde minimal verdreht. Mit Geduld lässt sich das korrigieren, Matten lösen, Pfosten ausrichten, nachverdichten. Sichtschutzstreifen, die in der Sonne leicht durchhängen, straffer weben und Klemmstücke nachsetzen, nicht einfach zusätzliche Kabelbinder verwenden. Die schneiden sich mit der Zeit in die Streifen. Bei Hanglagen lohnt es, Eckpfosten mit Bodenhülsen temporär zu fixieren, bevor betoniert wird. Die Linie bleibt exakt, und das Nachjustieren schrumpft auf Minuten.

Ein Zaun, der Haltung zeigt

Ein Doppelstabmattenzaun muss nicht nach Industriegelände aussehen. Mit einer klugen Farbauswahl, ruhiger Linienführung, abgestimmtem Sichtschutz und ein paar gezielten Akzenten entsteht ein modernes, langlebiges Element, das den Außenraum zusammenhält. Wer beim Zaun kaufen nicht nur den Preis, sondern auch Statik, Proportion und Alltagstauglichkeit im Blick behält, landet bei einer Lösung, die auch in zehn Jahren noch selbstverständlich wirkt. Und genau das ist das Ziel: ein Zaun, der nicht ständig Aufmerksamkeit fordert, sondern selbstverständlich gut aussieht, Tag für Tag.